Planungs-Tipps für Ihre Radreisen

Gastbeitrag von rosebikes

Was müssen Sie vor Ihrer Radreise beachten?

Radreisen sind ein besonderes Vergnügen, denn sie verbinden das schönste Hobby mit einem erholsamen Urlaub. Damit Sie möglichst viel von der Tour haben, gibt es bei der Planung einiges zu beachten.

Radreisen gibt es für jeden Geschmack und jeden Fitnessgrad: Wie Ihre perfekte Radreise aussieht, ist abhängig von Ihren Vorlieben und Ihren Grundvoraussetzungen. Für ein Wochenende mit der Familie lohnen sich entspannte Radtouren durchs Umland.  Sportlich Begeisterte können Etappen der Tour de France abfahren und Landschaftsromantiker nehmen einfach das E-Bike durch Schwarzwald oder Erzgebirge.

Welche Fahrräder eignen sich für Radreisen?

Welches Rad sich für Ihre Reise am besten eignet, hängt von der gewählten Tour ab. Wenn Sie also mehrere Räder zur Auswahl haben, sollten Sie zunächst festlegen, wohin es gehen soll. Überprüfen Sie die Gegebenheiten der Strecke und deren Anforderungen. Je nachdem, wie diese aussehen, wählen Sie Ihren fahrbaren Untersatz aus.

Umgekehrt können Sie aber natürlich auch Ihre Reise so planen, dass Ihr Fahrrad den Anforderungen der Strecke gewachsen ist. Besonders wichtig: Bringen Sie Ihr Rad vor der Abfahrt auf Vordermann oder lassen Sie es in der Werkstatt gründlich durchchecken.

Mountainbike für schweres Gelände
In schwerem Gelände mit vielen Steigungen und schwer befahrbaren Pfaden ist ein Mountainbike ein hervorragender Begleiter. Dank moderner Materialien bringen die geländegängigen Bikes kaum noch Extra-Gewicht auf die Waage. Agile Cross Country Mountainbikes sind besonders leicht und wendig. Es gibt aber auch spezielle Touren-MTBs, die für längere Strecken und unterschiedliche Terrains ausgelegt sind, zum Beispiel von ROSE Bikes.

Cross Bike für abwechslungsreiche Strecken
Die Hybride zwischen Mountainbike und Road Bike sind optimal, wenn Sie mit sehr unterschiedlichen Straßenbelägen rechnen müssen. Sie laufen gut auf befestigten Radwegen, eignen sich aber ebenso für Abstecher über Feldwege oder abseits befestigter Straßen.

Das Trekkingrad als Klassiker für Radreisen
Trekkingräder sind für lange Touren ausgelegt und meist sehr robust gebaut. Dadurch können Sie viel Gepäck transportieren und müssen keine Abstriche bei der Ausrüstung machen. Allerdings sollten Sie das zusätzliche Gewicht bedenken und Ihre Streckenplanung daran und an Ihre Fitness anpassen.

E-Bikes für entspannte Touren
Immer mehr Freizeitsportler entdecken die Vorteile von Elektrorädern für sich. Schließlich können Sie auf dem E-Bike genauso in die Pedale treten und sportliche Leistung erbringen wie auf einem herkömmlichen Bike. Der Vorteil: Bei Bedarf können Sie sich vom Motor unterstützen lassen. Gerade auf langen Radreisen ist das ideal. So halten Sie Ihren Zeitplan auch ein, wenn Sie an einem Tag nicht optimal in Form sind. Wenn Sie eine Reise mit mehreren Personen planen, können E-Bikes auch helfen, Unterschiede im Fitness-Level auszugleichen.

Radtour mit dem Rennrad?
Falls Sie komplett mit dem Bike unterwegs sein und in verschiedenen Unterkünften oder auf Campingplätzen übernachten möchten, ist ein Rennrad eher ungeeignet. Der leichte Rahmen und die schmalen Reifen sind nicht darauf ausgelegt, schweres Gepäck über lange Strecken zu transportieren. Auf Radreisen, bei denen Sie eine feste Bleibe, z.B. eine Ferienwohnung haben, und lediglich Tagestrips auf dem Rad unternehmen, können Sie dies jedoch durchaus auf dem Rennrad tun.


Wie plane ich Radreisen mit der Familie?


Die wichtigste Grundregel: Auf Radtouren richtet sich die ganze Gruppe nach dem schwächsten Teilnehmer. Wenn Sie Radreisen mit der Familie planen, sind die wahrscheinlich Ihre Kinder. Dabei dürfen Sie die Leistung der Kleinen jedoch nicht unterschätzen: Kinder, die regelmäßig in der Stadt auf dem Rad unterwegs sind, können schon im Kindergartenalter bis zu 20 Kilometer am Tag bewältigen. Grundschüler schaffen sogar bis zu 50 Tageskilometer. Etwas größere Kinder lieben den schnell spürbaren Trainingseffekt und freuen sich, wenn sie schwierigere Etappen im Laufe der Tour immer besser bewältigen.

Bei der Streckenplanung sollten Sie die Fahrzeit aber auf jeden Fall großzügig ansetzen und ausreichend Pausen mit einberechnen, damit Ihr Nachwuchs nicht die Lust verliert. Auch sollte die Strecke nicht zu anspruchsvoll sein. Ideal ist es außerdem, wenn es schöne Rastplätze gibt, vielleicht einen Bauernhof mit Tieren oder einen Spielplatz. Für Kinder sind solche Erlebnisse zwischendurch wichtig für die Motivation und helfen, die Batterien wieder aufzuladen.

Falls Ihre Kinder noch nicht so fit sind, empfiehlt es sich, entweder einen Fahrradanhänger mitzunehmen oder eine Stange, mit der Sie das Kinderrad an Ihrem eigenen befestigen können. Beides eignet sich aber eher für gut ausgebaute Strecken mit wenig Steigung. Achten Sie bei der Buchung auf Angebote zu speziellen Radreisen für Familien, die auf die Bedürfnisse der Jüngsten ausgelegt sind.

Wohin soll die Radreise gehen?
Warum in die Ferne schweifen? Für kürzere Radreisen gibt es in Deutschland eine Vielzahl schöner Reiseziele. Mittelgebirge, Seengebiete und Wälder bieten auch in der Bundesrepublik reichlich Abwechslung - und das vor der eigenen Haustür. Der Vorteil: Hier lohnen sich auch kürzere Touren über ein langes Wochenende.

Die Planung ist weniger zeitintensiv und es gibt weniger zu beachten. Entweder können Sie direkt in Ihrem Heimatort starten, oder es gibt die Möglichkeit, bequem mit dem Zug anzureisen. Beachten Sie hierbei die Kosten für die Mitnahme und überprüfen Sie, ob der gewählte Zug über ein Fahrradabteil verfügt.

Besonders malerische Radreisen quer durch Europa gibt es etwa entlang der kroatischen Küste, auf den kanarischen Inseln, durch die Berge Frankreichs oder durch die (ohnehin radsportbegeisterten) Städte der Niederlande. Die Auswahl ist schier endlos – für echte Weltenbummler gibt es einzigartige Strecken in nahezu allen Ländern der Erde. Mit dem Rad nach Afrika, Australien oder Lateinamerika? Warum nicht!

Anreise mit dem Auto
Wenn es in die Ferne geht, werden Sie vermutlich einen anderen Transportweg wählen. Mit dem Auto sind Sie besonders flexibel. Hier gelten allerdings  zusätzliche Regeln. Die Hersteller von Fahrradträgern verordnen selbst die Höchstgeschwindigkeit, diese liegt meist bei 120 km/h. Informieren Sie sich jedoch unbedingt vor der Fahrt, vor allem wenn die Radträger neu oder geliehen sind. Außerdem benötigen Sie die offiziellen Papiere das Fahrradträgers im Fall einer Kontrolle. Es lohnt sich auch, vorab eine Testfahrt mit den Rädern auf dem oder am Auto zu machen, da sich Fahr- und Bremsverhalten des Autos dadurch verändern kann.

Anreise mit dem Flugzeug
Fliegen Sie zum Startpunkt Ihrer Radreise und möchten Ihr eigenes Rad dabei haben, müssen Sie Ihr Rad vor dem Abflug rechtzeitig anmelden und Ihr Ticket entsprechend buchen. Wenn Sie das Personal beim Check-In mit Ihrem Rad überraschen, kann Ihnen im schlimmsten Fall der Transport verweigert werden. Außerdem ist der Transport im Flugzeug mit zusätzlichen Kosten verbunden. Auch gibt es spezielle Vorschriften für die Verpackung des Fahrrads. Fragen Sie im Zweifel bei der Fluggesellschaft nach, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen.


Checkliste für Radreisen - diese Dinge dürfen Sie nicht vergessen

Bevor Sie sich auf Radreisen begeben, sollten Sie unbedingt Ihre Ausrüstung prüfen. Insbesondere, wenn die Reise nicht an der eigenen Haustür beginnt und Sie während der Tour auf Ihr Gepäck angewiesen sind. 

Welches Gepäck brauchen Sie? 

Tasche(n) und Rucksack

Ihre Packtaschen für die Radreise sollten unbedingt wasserdicht sein, die beste Gewichtsverteilung erreichen Sie mit zwei Packtaschen hinten am Rad. Auch Low-Rider-Taschen vorne sind eine Option, bieten jedoch deutlich weniger Platz und eignen sich eher für kurze Touren. Eine gute Ergänzung ist ein hochwertiger, rückenschonender Rucksack. 

Kleidung

  • Radkleidung und Wechselkleidung: Denken Sie vor allem auf längeren Ausflügen an Wechselkleidung, da der Schweiß womöglich nicht schnell genug trocknet. Auch nach einem kürzeren Schauer ist trockene Radkleidung ein willkommener Anblick. Je nach Wetter sollten Sie auch mit kurzen und langen Hosen und Oberteilen variieren können.  Eine Bereicherung sind Armlinge (oder Arm Sleeves). Die halten die Arme warm und können bequem herunter gerollt werden.
  • Hygienewäsche: Socken und Unterwäsche sollten ebenfalls so eingeplant werden, dass auch nach einer schweißtreibenden Etappe genug Wechselwäsche zur Verfügung steht.
  • Regenschutz:  Ein Regencape und ein Regenüberzug für den Helm – beides ist schnell verstaut, nimmt kaum Platz ein und schützt vor unangenehmen Überraschungen.
  • Ein Tipp: Hamam-Tücher sind bei Backpackern sehr beliebt – und das aus gutem Grund. Sie sind groß, dabei aber sehr leicht und lassen sich sehr platzsparend verstauen. Sie eignen sich aber ebenso gut zum Abtrocknen wie ein dickes Handtuch. Außerdem können sie als Laken, leichte Decke oder Sarong genutzt werden. Ideale Begleiter für Radreisen.

Technik und Zubehör

  • Ein Radcomputer: Viele Funktionen kann heute das Mobiltelefon übernehmen. Wegen der längeren Akkulaufzeit und dem Wegfall möglicher Roaming-Kosten im Ausland bieten sich Radcomputer mit GPS-Navigation jedoch durchaus für Radreisen an.
  • Das Smartphone: Inzwischen ist es häufig Kernstück einer jeden Reise. Nicht nur für Notrufe ist das Smartphone unabdinglich, inzwischen haben Sie vermutlich auch die Rad- und Tourenkarten durch Apps ersetzt. Suchen Sie sich eine App, die alleine mit GPS arbeitet, um sich im Ausland teure Roaming-Gebühren zu ersparen. 
  • Mehr Strom:  Für die Energiezufuhr unterwegs gibt es gleich mehrere Alternativen Im Idealfall haben Sie eine Powerbank, die Ihrem Smartphone für Notfälle eine längere Laufzeit ermöglicht. Auf längeren Fahrten lohnen sich auch Powerbanks mit Solarzellen. 
  • Die klassische Karte: Einer Tourenkarte geht nie der Strom aus. Wenn Sie also noch alte Tourenbücher haben, oder günstig eine Karte erstehen können, lohnt es sich, dafür etwas Platz einzuplanen. Ein zusätzlicher Kompass vereinfacht die Navigation. 

Erste Hilfe

  • Medizinische Versorgung: Auch wenn er hoffentlich nie eintritt – planen sollten Sie immer für den schlimmsten Fall. Und zwar für sich, Ihre Mitreisenden und Ihr Rad. Ein Erste-Hilfe-Set wie im Auto sollten Sie unbedingt dabei haben, insbesondere Verbandzeug ist ein Muss. 
  • Insektenschutz:  Denken Sie vor allem in südlichen Gefilden an Schutz gegen Mücken und Mosquitos. Ein Mosquitonetz ist im Zelt ein Muss, gegebenenfalls müssen Sie sich auch gegen Zecken impfen lassen. Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Arzt. Gerade wenn die Reise weiter weg geht, gilt dies natürlich auch für die gängigen Reiseimpfungen. 
  • Technische Erstversorgung: Genau so sollten Sie auch für Ihr Rad planen, um jederzeit einen Platten reparieren zu können. Auch ein Imbus-Schlüssel, eine Pumpe und auf längeren Touren Ersatzschläuche und -seilzüge gehören in Ihr Gepäck. 
  • Trinkflasche(n): Denken Sie an Ihren Wasserhaushalt. Auf dem Rad macht sich der Schweiß weniger bemerkbar, da er sofort auf der Haut trocknet. Dennoch verliert Ihr Körper viel Wasser, nehmen Sie also nicht nur auf sommerlichen Touren eine Wasserflasche mit und achten Sie auf regelmäßige Trinkpausen.

Wichtig: Sparsamkeit beim Gepäck
Grundsätzlich sollten Sie effizient für Ihre Reise packen. Fragen Sie sich bei jedem Gepäckstück: Wie dringend brauche ich es wirklich? Idealerweise gehen Sie kurz vor dem Start die gepackten Taschen noch einmal durch und sortieren gegebenenfalls überflüssige Teil aus.

Denn während beim klassischen Urlaub das eine oder andere Stück mehr keine große Rolle spielt, fällt bei Radreisen jedes unnötige Gepäckstück ins Gewicht – im wahrsten Sinne des Wortes.  Schließlich müssen Sie nicht nur sich, sondern auch Ihr Gepäck bis an den Zielpunkt der Reise transportieren. Wenn Sie leicht packen, haben Sie mehr von der Tour. Übrigens: Wenn Sie Ihre Kleidung eng zusammenrollen, können Sie mehr in kleineren Taschen unterbringen. 

 

Segment-ID: 1273
15.06.2016